Fachtag für Gemeinden und Nachbarschaftshilfen

Vier Hände fügen Puzzleteile zusammen

Am 6. November 2015 trafen sich örtliche Nachbarschaftshilfen und Vertreter von Städten und Gemeinden des Ortenaukreises zu einem Workshop im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes in Offenburg. Eingeladen hatte die Vernetzungsstelle für Bürgerschaftliches Engagement im Landratsamt und die Sozialplanung des Ortenaukreises. Unter dem Stichwort „Sorgende Gemeinschaft“ befasste sich die Veranstaltung mit der Fragestellung, wie nachbarschaftliche Hilfe und Unterstützung im Sozialraum gelingen und welchen Beitrag Kommunen und Städte dazu leisten können.

„Mit Blick auf die demografische Entwicklung werden die Herausforderungen der kommunalen Daseinsfürsorge in Zukunft deutlich steigen. Bürgerschaftliches Engagement wird ein wesentlicher Faktor in der nachbarschaftlichen Hilfe der Kommunen sein“, verdeutliche Sozialdezernent Georg Benz in seinem Grußwort. „Neben den professionellen Dienstleitungen muss ein Hilfenetz entwickelt und aufgebaut werden, das den Anforderungen entspricht und tragfähig ist. Darüber hinaus müssen wir uns die Frage stellen“, so Benz weiter, „was wir tun können und müssen, um diese Strukturen dauerhaft zu etablieren und welcher Rahmenbedingungen es von den Seiten der Städte und Gemeinden und des Landkreises dazu bedarf.“

Die anwesenden Nachbarschaftshilfen begrüßten die Einrichtung einer Austauschplattform für Nachbarschaftshilfen im Ortenaukreis, die im Februar 2016 mit einem ersten Treffen eröffnet und von der Kreisverwaltung begleitet wird.

„Mit „Sorgende Gemeinschaft“ sind kleinräumige Hilfe- und Unterstützungsnetzwerke gemeint, in denen sich die Kommunen, professionelle Anbieter sozialer Dienste und Bewohner vor Ort die sozialen Themen generationenübergreifend zur gemeinsamen Aufgabe machen“, erklärte Ansgar Hail, Sozialplaner des Ortenaukreises im Bereich der Altenhilfe.

Cornelia Kricheldorff, Professorin an der Katholischen Hochschule Freiburg und Expertin auf dem Gebiet der Sorgenden Gemeinschaft veranschaulichte in ihrem Gastvortrag neue Handlungsansätze und Wege zu einer Sorgenden Kommune für alle Lebensalter. Die Nachbarschaftshilfe „Hilfe von Haus zu Haus – Höri“ vom Bodensee und das „Bürgernetzwerk Mötzingen“ erläuterten ihre Erfahrungen mit dem Aufbau und Betrieb nachbarschaftlicher Hilfe und Unterstützung im Sozialraum und lieferten praktische Anregungen.

Höhepunkt der Veranstaltung bildete eine gemeinsame Talkrunde mit den Bürgermeistern Markus Vollmer (Ortenberg) und Oliver Rastetter (Lauf) sowie der zweiten stellvertretenden Bürgermeisterin von Gutach, Renate Wasmer, die mit den Gastreferenten die Frage nach der möglichen Umsetzung einer Sorgenden Gemeinschaft erörterten und über bisher gemachte Erfahrungen vor Ort berichteten.

„Mit der Einrichtung einer regelmäßigen Austauschmöglichkeit für Nachbarschaftshilfen im Ortenaukreis ist ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zu Sorgenden Gemeinschaften in den Städten und Gemeinden im Ortenaukreis gemacht“, folgerte Sozialdezernent Benz.

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