Gudrun Dreyer bleibt engagiert
Alles zu ihrem Ehrenamt in unserer Hintergrundgeschichte
Gudrun Dreyer, 81 Jahre alt, seit 65 Jahren beim TuS Altenheim aktiv
Schon früh wurde ihr der Weg gewiesen: Mit gerade einmal 15 Jahren absolvierte sie ihren ersten Lehrgang als Hilfskraft im Turnen beim Turngau. Was zunächst als kleine Unterstützung begann, entwickelte sich schnell zu einer großen Leidenschaft. Ab 1977 war sie staatlich geprüfte Übungsleiterin – und blieb dem Sport und den Menschen bis heute treu.
Zum TuS Altenheim kam sie durch ihren Vater, der selbst als Übungsleiter im Verein aktiv war. Trotz einer Kriegsverletzung engagierte er sich unermüdlich, war überall dabei und lebte vor, was Zusammenhalt und Einsatz bedeuten. Für Gudrun Dreyer wurde er damit zum prägenden Vorbild – und zur Inspiration, sich ebenfalls aktiv für die Gemeinschaft einzubringen.
Was als Kind im Turnen begann und durch den liebevollen Anstoß ihres Vaters weitergeführt wurde, entwickelte sich zu einer jahrzehntelangen ehrenamtlichen Laufbahn. Gudrun Dreyer war viele Jahre Abteilungsleiterin im Breitensport und leitet seit über 40 Jahren mit großer Hingabe die Frauengymnastikgruppe – ein Ort der Bewegung, aber vor allem auch der Gemeinschaft. Die Mitglieder der Gruppe verstehen sich so gut, dass die Frauensportgruppe alle zwei Jahre auf Reisen geht – in diesem Jahr steht Kreta auf dem Programm.
Ein ganz besonderes Kapitel ihrer Geschichte schrieb sie 1987 beim Deutschen Turnfest in West-Berlin. Gemeinsam mit einer Jugendgruppe des Vereins war sie dort als Übungsleiterin dabei. Ihr Anspruch war klar: Wer nach Berlin fährt, soll auch mit Ernst und Ehrgeiz am Wettkampf teilnehmen. Und sie ging mit gutem Beispiel voran – trainierte mit 42 Jahren intensiv, um selbst wieder in Topform zu kommen. Beim Sprung über das Pferd wurde sie schließlich von der Gruppe angefeuert: „Was e rechte Kampfsau isch, springt do drüber!“ – und genau so machte sie es. Seitdem trägt sie diesen Spitznamen mit einem Augenzwinkern. Die Verbundenheit zu dieser Gruppe hält bis heute: Zu ihrem 80. Geburtstag wurde sie im eigenen Garten von ihrer „Berliner Gruppe“ überrascht – verkleidet in Schweinskostümen, voller Freude und Erinnerungen.
Doch ihr Engagement geht weit über den Sport hinaus: Gudrun Dreyer näht bis heute Trachten für den Musikverein Altenheim, in dem ihr Mann selbst 14 Jahre im Vorstand war. Dazu war sie von 2003 bis 2018 im Kirchengemeinderat, davon sieben Jahre als Vorsitzende, tätig. Dabei erfährt sie immer die volle Unterstützung ihres Mannes: „Ich habe nur so viel machen können, weil ich wusste, dass mein Mann mich unterstützt, und anders war’s bei seinem Ehrenamt genauso.“
Seit nun 65 Jahren ist Gudrun Dreyer im Ehrenamt aktiv. Darauf angesprochen reagiert sie mit einem leichten Schulterzucken: „Dinge, die man gern macht, die bringen einfach was.“